Die Einkaufsgemeinschaften stopfen sich die Taschen voll

In den letzten Wochen bin ich öfters auf Beiträge gestoßen, die folgende Aussagen zum Inhalt hatten:

„Die Einkaufsgemeinschaften verdienen sich eine goldene Nase.“; „So ein Geschäftsmodell gibt es in keiner anderen Branche“; „Die 1-3 % Rückvergütung, die der Lieferant an die Einkaufsgemeinschaft abliefert, kann ich mir doch auch sichern.“ „In vielen Ländern Europas sind die Preise besser.“.

Aber dann fragt man sich doch, warum sind so viele Kliniken, unabhängig von Größe, Struktur und Trägerschaft, Mitglied in Einkaufsgemeinschaften. Warum sind die Prospitalia, SANA-Klinik Einkauf, Clinicpartner, AGKAMED, GDEKK, PEG usw. so erfolgreich (mehr oder weniger)? Warum machen auch so viele Lieferanten und Dienstleister bei den Einkaufsgemeinschaften mit, weil sie müssen oder weil sie wollen?

Ich finde, die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte. Man kann und darf die Arbeitsweise der Einkaufsgemeinschaften sicherlich kritisch betrachten. Vielleicht war und ist die Fokussierung auf den Preis nicht hundertprozentig richtig, aber dies war und ist nun mal der Geschäftszweck dieser Unternehmen. Und es ist beileibe nicht so, dass hier keine Entwicklungen in den letzten Jahren zu erkennen sind. Jede Einkaufsgemeinschaft sucht neue, andere Wege. Unterstützung bei Digitalisierung und Stammdatenmanagement sind hier längst keine Fremdwörter mehr. Das eine Unternehmen hat mehr Mitarbeiter für die Betreuung der Kunden, das andere weniger. Die eine Einkaufsgemeinschaft bietet eine große Bandbreite an Lieferanten und Artikel, die andere konzentriert sich auf weniger Lieferanten. Aber natürlich hat kein Unternehmen den Anspruch auf Vollständigkeit in seinem Artikel- und Leistungsportfolio.

Aber was ist die Alternative?

Möchten die Kliniken im Einkauf wieder Alles alleine machen?  Haben Sie dafür eigentlich genügend qualifiziertes Personal? Wie reagiert denn die Geschäftsführung, wenn die Kosten wieder steigen? Kann ich Themen wie Digitalisierung usw. allein stemmen, wirtschaftlich und mit der Manpower?

Und die Lieferanten? Wer ist da schon bereit, die Eintrittskarte Einkaufsgemeinschaft in den Klinikeinkauf wegzuwerfen? Ist der Vertrieb ohne Einkaufsgemeinschaft wirklich besser und einfacher und kann ich dann wirklich die einsparte Rückvergütung an die Einkaufsgemeinschaften an den Kliniken weitergeben? Von den Preisen mal ganz zu schweigen.

Also, dann auf geht`s Ihr Klinik-Einkäufer: raus aus der Einkaufsgemeinschaft, hinein ins Vergnügen der kompletten Eigenständigkeit mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Und Ihr Lieferanten, spart Euch die Überweisung an die Einkaufsgemeinschaft, gebt den Kliniken dies Alles eins zu eins weiter und das natürlich bei gleichbleibenden Kosten für das Vertriebspersonal.

Oder sind die Einkaufsgemeinschaften dann trotzdem nicht mehr so unnötig?

Vielleicht gibt es nicht nur schwarz und weiß, sondern auch mal grau.

Share on xing
XING
Share on linkedin
LinkedIn
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.

Kontaktieren Sie mich!

Oder schreiben Sie mir direkt eine Email an mueller@rm-unternehmensberatung.com.

Datenschutz
Rüdiger Müller - Unternehmensberatung im Gesundheitswesen, Besitzer: Rüdiger Müller (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
Rüdiger Müller - Unternehmensberatung im Gesundheitswesen, Besitzer: Rüdiger Müller (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: